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Sind wir ehrlich, aus dem Geschichsunterricht wissen wir alles über das dritte Reich, den Nationalsozialismus und die Wiedervereinigung. Falls mal von Deutschland als Kolonialmacht die Rede ist, dann nur in Verbindung mit Namibia. Doch kaum einer weiß, dass auch Tansania früher eine deutsche Kolonie war und sich Spuren dessen noch heute finden lassen.

Im 19. Jahrhundert – sehr viel später als die europäische Nachbarn – wurden die ersten Kolonien unter Reichskanzler Bismarck erworben. Große Teile Ostafrikas kamen somit unter deutsche Verwaltung, darunter die Gebiete des heutigen Ruanda, Burundi und eben Tansania. Wenig später wurden Truppen entsand die mit Gewalt Aufstände niedergeschlagen und die Ernte vorangetrieben haben. Vorallem wurde Baumwolle aus Ostafrika nach Deutschland gebracht, aber auch Gewürze (aus Sansibar) und Kautschuk. Während des ersten Weltkrieges wurde die Kolonie von britischen Truppen erobert.

Doch hier in Ngara  zeugen noch viele Ruinen und (tatsächlich bewohnte) Häuser aus der Zeit der Kolonien. Das konnte ich heute selber herausfinden. Mitten auf dem Gelände einer religiösen Verbindung in einem Bananenwald steht ein solches Haus wie mir die Nonnen erzählten.

Besonders auffällig sind hier die schweren Dachziegel auf den Häusern die sonst nirgendwo zu sehen sind und wie man sie aus alten Dörfern in Norddeutschland kennt. Hier in Ngara sind die meisten Häuser mit kostengünstigem Wellblech als Dach ausgestattet. Auch die Raumaufteilung und Innenverarbeitung wirkt vertraut – so komisch es klingt.

Auch sonst sind überall in Tansania Spuren des Deutschen Kaiserreichs zu finden. So etwa die Eisenbahnschienen oder ein Schiff, welches noch heute auf dem Tanganjika-See. Mal sehen, wie teuer ein Busticket in diese Richtung ist. Man hört sich!

Sebastian

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